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AUSSTELLUNG:

Ruedy Schwyn - Multicapa vistas

 

Zeitraum: 16. Oktober bis 20. November 2022

Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag von 14 Uhr bis 18 Uhr

 

Vernissage: Sonntag, 16. Oktober 2022 um 15 Uhr

 

Während der Vernissage: 

15 Uhr:

Premiere: "Das Viel des Nichts" Dokumentarfilm von Peter Battanta über Ruedy Schwyn 

16 Uhr: 

Apéro und Ausstellungseröffnung mit Klangintervention von Jonas Kocher

 

Sonntag: 30.10.2022 um 16 Uhr

Klang und Wort: Musik von Thomas Oechslin mit Lesung von Ruedy Schwyn

 

 

TEXT ZUR AUSSTELLUNG

 

Erkenntnisgewinne mit sich wandelnden Sichtweisen sind   tektonisch wechselnde geistige  Sedimentierungen des inneren menschlichen Lebensboden. Damit verändert sich Geologie und Natur unseres Lebens und bringt laufende Stabilität und Instabilität in sich verändernde Verhältnisse. Diese Phänomene prägen den vielseitigen Grundansatz meiner Werke, deren Inspiration aus den Beobachtungen der Natur- und Geologiephänomene stammt. Dabei beeindruckte mich, dass auch im NICHTS manchmal viel ist und im VIEL manchmal nichts. Wenn wir Kristalle suchen und einen Stein liegen sehen, dann sagen wir: „Das ist nichts, das ist nur ein Stein.“ Wenn wir den Stein aufnehmen und genauer betrachten, wird deutlich, dass auch im „Nichts“ viel Interessantes ist – auch ein „Nichts“ hat in sich ein „Viel“. Daher gestalte ich meine Bilder mit vielen „Nichts“- und Unklarheit- Aspekten, denn ich möchte, dass sie nicht mit einem Tag schauen erledigt sind – sondern, dass sie an folgenden Tagen des Betrachtens andere Sichten öffnen können und damit eine Offenheit im seelisch-geistig wechselnden Zeitraum haben. Ich beziehe mich dabei auch auf die vom Philosophen Sloterdijk beschriebenen komplexen Phänomene der Sphärenblasen.

 

Auch Unbeholfenheits-Elemente baue ich ein, die Zeitoffenheit erzeugen, denn wenn alles zu definiert und gekonnt ist, wirkt es wahrnehmungs- und empfindungsmässig zu abgeschlossen. Ich möchte, dass Betrachtende zu eigenen Sichten, Antworten, Gefühlen kommen können, die ihnen selber dienlich sind. Mein Ziel ist nicht, dass Betrachtende meinen, sie müssen die Welt so sehen, wie ich sie sehe, sondern, dass sie beim betrachten der Bilder Wege zu eigenen Sichtweisen finden.

 

 

Die Ausstellung zeigt zu den neuesten Werken passend zum Film „Das VIEL Des NICHTS“ von BattantaMedia über die vielseitige Arbeit von Ruedy Schwyn auch Werke aus früheren Perioden.

impressionen 2017 - ruedy schwyn @ galerie mayhaus

copyright: mischa dickerhof / christelle geiser